Jazz zwischen den Tönen. Und ordentlich Bewegung darunter.
Sechzehn Stücke zwischen mikrotonalem Jazz, Jungle-Rhythmen und Makam-Einflüssen. Nach dem Blick zurück auf Istanbul geht es hier tiefer in die Musik selbst: Wie bewegen sich Melodien, wenn das gewohnte Raster nicht alles vorgibt? Und was passiert, wenn der Rhythmus seine eigene Geschichte erzählt? Blue Note of Microtonal Dreams ist mein Platz für genau solche Versuche.
Die Klangsprache
Drei Begriffe. Kein Aufnahmetest.
Du brauchst kein Musikstudium, um hier einzusteigen. Ein paar Begriffe helfen trotzdem, wenn du genauer hinhören möchtest.
Mikrotonalität
Zwischen den vertrauten Halbtönen ist noch Platz. Mikrotonale Musik beschäftigt sich mit feineren Tonabständen und anderen Aufteilungen der Tonhöhe. Mich interessieren die melodischen Nuancen und Spannungen, die daraus entstehen. Der Titeltrack und „Microtonal String Warfare“ tragen diese Idee schon im Namen.
Polyrhythmik
Mehrere rhythmische Gliederungen laufen gleichzeitig. Stell dir Bewegungen vor, die sich begegnen, ohne jeden Schritt gemeinsam zu machen. „Polyrhythmic Steel Bloom“ nimmt dieses Bild auf; „Chromatic Pulse Theory“ verbindet schon im Titel Puls und Tonhöhe.
Makam
Makam ist mehr als eine Tonleiter. Dazu gehören auch charakteristische melodische Wege und Beziehungen zwischen Tönen. Für mich verbindet sich darin musikalische Herkunft mit der Freiheit, etwas Neues auszuprobieren. „Midnight Makam Mirage“ verweist auf diese Welt.
Beim zweiten Hören
Heute der Puls. Morgen die Melodie.
Beim ersten Durchgang darf das Album einfach laufen. Beim zweiten kannst du einer einzelnen Spur folgen: einer Melodie, einem Rhythmus oder einer Klangfarbe. Du musst nichts richtig benennen. Spannender ist, was dir plötzlich auffällt.
Die Titelnamen öffnen dafür eigene Bilder: Bewegung, Geometrie, Nacht und Traum. „Neurotic Geometry“, „Kinetic Shadowplay“ und „Iridescent Dream Architecture“ geben keine feste Deutung vor. Sie lassen Platz für deine eigenen Vorstellungen.
Mich reizt das Zusammenspiel von melodischer Freiheit und rhythmischer Bewegung. Jazz, Jungle und Makam stehen deshalb hier nebeneinander. Mal trägt dich ein vertrauter Puls, mal lohnt sich ein genaueres Hinhören. Einen Pflichtweg durchs Album gibt es nicht.
Musik wird sichtbar
Ein Album. Vier Ansichten.
Vinyl, CD, Kassette und ein Musikzimmer: vorhandene digitale Albuminszenierungen mit dem Originalcover. Die Bilder zeigen keine bestätigten physischen Verkaufsausgaben.
Blue Note als Vinylmotiv ↗Klangfarben und Bewegung · CD-Motiv ↗Eine Albumrunde als Kassettenmotiv ↗Blue Note im Musikzimmer · Postermotiv ↗
Ein Teil meiner Albumreise
Von Istanbul zu neuen Klangräumen.
Istanbul: Before Twelve schaut auf meine frühen Jahre. Blue Note rückt danach musikalische Formen und Wahrnehmung in den Mittelpunkt. Auch hinter dem geplanten Buch „Der Ton, aus dem wir gemacht sind“ steht diese Neugier auf Klang. Eine feste Zuordnung von Songs zu Buchkapiteln gibt es dafür nicht.
Anatolian 808 und Nada Wave setzen wiederum eigene Schwerpunkte. Unter meinem Namen bleiben Jazz, Schlagzeug und das Experimentieren ein eigener Raum. Du kannst von hier zu den beiden Augen-Alben weitergehen – oder bei einem der sechzehn Titel hängen bleiben.
16Darkroom Harmonic FeverSalih Daglar · Jazz & Experiment2:13+
Der sechzehnte und letzte Titel von Blue Note of Microtonal Dreams. Bei dieser Aufnahme sind Salih Daglar und ArtBeatFeastVerse gemeinsam als Künstler aufgeführt.
Ich habe ArtBeatFeastVerse gegründet. Rebecca ist meine Partnerin und mit ihrer Malerei dazugekommen. Hier machen wir unsere Sachen, probieren Neues aus und zeigen dir beides. Geordnetes Chaos, könnte man sagen.